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Vorhänge-Konfektion

 

Schulklassen entdecken unser Theater.

Schulausflüge sollen manchmal nicht das Besondere verdeutlichen, wie etwa der Besuch in einem Museum, welches sich einem bestimmten Thema widmet, sondern den Alltag von Orten näher bringen, an dem täglich gearbeitet wird. Auf diese Art werden Berührungsängste effektiv abgebaut.

Gerade das Theater – und natürlich auch unseres – eignet sich besonders für solche Vorhaben, weil es die Ehrfurcht vor Kultur bekämpft, noch bevor sie später entstehen kann. Daran sind Kulturschaffende nicht immer ganz unschuldig. Hier herrscht oftmals die Tendenz zur Separation, wodurch die einfache Freude am Spiel untergraben wird. Der irdische Alltag eignet sich deshalb besonders gut, um dieser Schranke entgegenzutreten. Die Rundgänge sind deshalb zu einer Zeit angesetzt, in der die Konfektion der Vorhänge geschieht, die Bühnengestalter ihr Handwerk verrichten die Lokalitäten allgemein auf Vordermann gebracht werden.

Im Laufe des Vormittags treffen dann Kollegen ein, die bestimmte Szenen proben wollen. Das ist natürlich vorher grob verabredet worden. Ich klopfe an die Tür, während sich die Kollegen gerade schminken (extra für uns) und einer erklärt, was er gleich proben wird. Danach gehe ich mit den Kleinen zurück zur Bühne, wo der Vorhang konfektioniert wurde und halte eine kleine Ansprache über die Abläufe, kurz vor einer Aufführung. Daraufhin erscheint der geschminkte Kollege und begrüßt sein erstes Publikum an diesem Tag. Wenn der Vortrag vorbei ist, gehe ich mit der Gruppe noch einmal den gesamten Weg zurück, welcher bis hierher gegangen worden ist. Diese Wiederholung – so die Hoffnung – zeigt noch die Zusammenhänge noch einmal am Stück.

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